Swissair
hat keine eigenen Flugzeuge mehr
Flightlease besitzt die grösste Luftflotte der Schweiz
Hintergrund
Berne
(ats/topnews) 10.01.01.
Obwohl die Schweizer Flightlease eine Flotte von 104 Linienflugzeugen
unterhält, ist die SAir-Tochtergesellschaft dem grossen Publikum
weitgehend unbekannt. Kein Wunder, denn Flightlease fliegt nicht unter
eigener Flagge.
Seit
Februar 1998 besitzt die Swissair, streng genommen, kein einziges
Flugzeug mehr. Inhaber der gesamten Swissair-Flotte ist die
SAir-Tochtergesellschaft Flightlease, die einen Flugzeugpark von
momentan 104 Maschinen mit einem Wert von rund 5,5 Mrd. Dollar
besitzt.

Auch Kunden ausserhalb der SAir-Partner
 Neben
der Swissair und der Balair zählt Flightlease auch Airlines wie die südafrikanische
SAA oder die Vietnam Airlines zu ihren Kunden. Zusammen mit ihrem
US-amerikanischen Joint Venture-Partner GATX ist das nur 30
Mitarbeiter zählende Schweizer Unternehmen weltweit die Nummer Drei
im Flugzeugleasinggeschäft.
In früheren Zeiten
kauften die Airlines ihre Flugzeuge direkt beim Hersteller ein und
besassen, wie vor Jahren noch die Swissair, eine bunte Flotte von
Flugzeugtypen aus den Werften von Boeing, Airbus oder
McDonnel-Douglas. Diese Flottenpolitik hat sich seit den 90-er Jahren
grundlegend geändert.
"Die Kunden geben uns
ihre Wünsche bezüglich Reichweite, Grösse oder Einsatzbereitschaft
ihrer Flugzeuge bekannt", sagt Peter Gysel von der
Flightlease-Geschäftsleitung. Flightlease agiert dann als
"Broker" zwischen den Airlines und den
Finanzierunggesellschaften und wickelt die technischen, finanziellen
und rechtlichen Aspekte des Flugzeugkaufes ab.

Airlines können flexibler reagieren
 "Die
Vorteile für eine Fluggesellschaft liegen auf der Hand", betont
SAir-Sprecher Hans Klaus. So kann die Gesellschaft nach Ablauf der
Mietdauer entscheiden, ob sie die gleiche Maschine weiter einsetzen
oder an die Leasinggesellschaft zurückgeben will.
Dank des Leasings können
die Airlines ihre Flotten in kürzeren Abständen erneuern. Sache der
Flightlease ist es dann, "überzählige" Maschinen an
Drittkunden weiterzuverkaufen. Die Fluggesellschaften profitieren aber
auch auf der Kostenseite.

Kostensenkung dank höherem Bestellvolumen
 "Zusammen
mit unserem Joint-Venture-Partner GATX können wir bei den Herstellern
wesentlich grössere Bestellungen platzieren, als dies einer einzelnen
Airline möglich ist", sagt Gysel. Höhere Volumen wirkten sich
auch bei der Finanzierung positiv aus.
Dank der Partnerschaft mit
GATX kann sich die noch junge SAir-Tochter zunehmend auf dem globalen
Markt bewegen. "Wir haben innerhalb der SAir-Partner keine
Vorrechte, sondern sind dem internationalen Wettbewerb im Leasinggeschäft
ausgesetzt", betont Gysel.
Strategisch will sich die
Flightlease in absehbarer Zeit weiterhin auf die Typen Airbus und
Boeing konzentrieren. Aus diesem Grund gehört die Crossair, mit
Ausnahme der jüngst bestellten acht Airbus A320, nicht zu den Kunden
der Flightlease. Crossair hat sich in ihrer neuen Flottenpolitik
vorwiegend auf den brasilianischen Hersteller Embraer festgelegt.

Airlines setzen auf einheitliche Flotten
 Die
Leasinggesellschaft wickelt aber nicht nur den Kauf und die
Finanzierung ab, sondern bietet den Kunden ein eigentliches
Flottenmanagement an. Dies erleichtert den Airlines auch die
Umstellung auf eine standardisierte Flotte.
"Heute streben die
Airlines aus Kostengründen eine einheitliche Flotte an", sagte
SAir-Sprecher Klaus. Die Swissair beispielsweise setzt voll auf die
Airbus-Familie. Neben der Wartung spielt auch die Piloten-Ausbildung
eine Rolle. So sind die Cockpits der bei der Swissair eingesetzten
A320 und A330 nahezu identisch.
Ab Mitte 2002 wird
Flightlease der Swissair die ersten vierstrahligen Airbus A340-600
liefern, die auf den Langstrecken die MD-11 ablösen werden. Mit
diesem Schritt ist die Umstellung der Swissair auf einen einheitlichen
Flugzeugtyp vollzogen.
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