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Start des zweiten Paar Cluster-II-Sonnen-Sonden Schweizer Chassis für europäische Forschungssatelliten Vorausbericht

Par Roland Keller via le réseau de l'ATS (Berne), le 8 août 2000

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Bern (sda) Am Mittwoch werden die zwei letzten der vier europäischen Sonnen-Sonden Cluster-II (Rumba und Tango) vom Raumfartbahnhof Baikonur in Kasachstan auf ihre Umlaufbahn geschickt. Schweizer Spitzentechnologie wird mitfliegen.

Das Skelett der Forschungssatelliten, das Chassis, ist vom Schweizer Hightech-Unternehmen Contraves-Space entworfen, hergestellt und getestet worden. Das Chassis trägt die zentralen Elemente der Sonde, das heisst, die elf wissenschaftlichen Messinstrumente, sechs Treibstofftanks, Batterien, Solarzellen, Antennen, Fernmessgeräte und Fernsteuerung.

Die Instrumente und Geräte wurden von 35 Gesellschaften aus den 14 Mitgliedländern der Europäische Weltraumorganisation (ESA) zugeliefert. Die von der ESA bestellten Chassis sind von Contraves, eine Tochtergesellschaften der Unaxis (ex-Oerlikon-Bührle) in den Werkhallen von Dornier in Friedrichshafen montiert worden. Dornier ist das federführende Unternehmen des Cluster-Programms.

Schlechte Erinnerungen

Im Juni 1996 waren zwei Cluster-Satelliten beim missglückten Jungfernflug der neuen europäischen Trägerrakete Ariane 5 explodiert. Erfolgreich verlaufen ist dagegen am 16. Juli der Start der beiden Cluster-II-Satelliten Salsa und Samba von Baikonur aus. Die modifizierte Sojus-Trägerrakete gilt als besonders zuverlässig.

Am Mittwoch sollen sich nun die Sonnen-Sonden Rumba und Tango zu ihren Schwester-Satelliten Salsa und Samba gesellen. Die Satelliten werden im kosmischen Quartett die Sonne und deren Einfluss auf das Magnetfeld der Erde erforschen.

Die Umlaufbahnen der Cluster-Sonden liegen in 19 000 bis 119 000 Kilometern Höhe. Die Kosten der europäischen Mission belaufen sich auf 315 Mio. Euro (rund 500 Mio. Franken). Zwei Jahre lang sollen die Satelliten die Erde umkreisen.

Plastifiziertes Karbon

Das von Contraves entwickelte Cluster-Chassis gleicht einer grossen, leeren Kabelspuhle. Die "Spuhle" setzt sich aus zwei dicken Alu-Scheiben von 2,9 m Durchmesser als "Geräteträger" sowie aus einem Zylinder aus plastifizierten Karbon-Glasfasern zusammen.

Eine der Schwierigkeiten bei der Herstellung sei es gewesen, eine perfekte Parallelität zwischen den beiden Alu-Scheiben zu erreichen, sagte Contraves-Vertreterin Helga Schib auf Anfrage.

Der Start von Rumba und Tango ist laut der russisch-französischen Gesellschaft Starsem, welche die russischen Sojus-Raketen kommerzialisiert, für Mittwoch 13.13 Uhr vorgesehen. Nach einer Reihe von Kurskorrektoren sollen sich Rumba und Tango am 15. August zu ihren Schwester-Satelliten gesellen.


© SDA-ATS / Top-News
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